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Diesmal schafften wir es um 9:00 Uhr unterwegs zu sein. Das Wetter war bedeckt, aber trocken. Von Neuenkirchen aus fuhren wir den Niedecker Damm zum Weserdeich und vor dem Deich dann der Weser flußaufwärts. In Rade zweigt dann die Zufahrt zum Harriersand ab. Dieser folgten wir über den Deich (schon wieder ein Berglein) und etwa 8 km der Inselstraße. Da wir früh unterwegs waren, kamen uns kaum Autofahrer entgegen.

Manchmal ist es schon erschreckend, wenn man auf dem Deich radelnd -3 Höhenmeter auf dem GPS abliest und sieht, dass die Höfe noch tiefer liegen. An der Strandhalle angekommen (die einzige Wirtschaft auf Harriersand) warteten wir auf die Fähre. Diese nimmt nur Fußgänger und Radfahrer mit und verkehrt in der Hauptzeit stündlich.

Die stoische Ruhe der Bevölkerung war sprichwörtlich. Kaum jemand macht eine Bemerkung zu unserem Tandem. Auf der Fähre wurde nur ein Platz zugewiesen und fertig.

Nach dem Übersetzen waren wir in Brake und machten uns fertig für die eigentliche Tour. Auf der linken Weserseite sollte es bis Nordenham gehen. Wir folgten dem Weserradweg, der uns zum Teil durch Industriegebiet, aber auch auf stillen Wegen entlang des Deichs führte. Damit wir uns nicht zu sehr langweilen wurden ab und zu Deichüberquerungen eingebaut.

Dazwischen kann man wunderbar meditieren. Links kann das Auge über kilometerweite flache Landschaft streifen. Rechts bremst der Deich den Wind. Ab und zu erschreckt sich ein Deichpfleger (Wollschafe), die der neuesten Mode entsprechend mit Farbdosen markiert grasen und vorbeifahrende Radler betrachten.

Die Orte und die Einzelhöfe liegen so verstreut, dass man immer im Grünen fährt, aber alle 100 m Hinweise auf Zivilisation bekommt, mal eine Mülltonne, mal eine Brücke und ab und zu ein Fahrrad.

Der Belag des Weges wechselt zwischen frisch asphaltiert, neues glattes Pflaster, altes buckeliges Pflaster, von Schikanen abgesperrte Wege, die dann auch mal zugewachsen sind und kurzfristige Schotter- und Naturwege. In Nordenham führt der Weg durch ein Wohngebiet, das schon bessere Zeiten erlebt hat. Die Fähre kam dann schnell in Sicht und wir reihten uns bei den PKWs ein und fuhren auf die Fähre.

Der Preis für die Fähre war etwa doppelt so hoch wie bei der letzten, die Strecke war aber gut das dreifache so lang. Für uns war die Überfahrt dann eine kleine Pause, bei der wir den leichten Wind genießen konnten und die querenden Schiffe betrachteten. Langsam tauchte Bremerhaven am Horizont auf und die Fähre fuhr in den Hafen zu seinem Anleger ein. Mit auf der Fähre waren die üblichen Autos und etwa 20 Fahrradfahrer.

In Bremerhaven holten wir uns noch schnell Geld und folgten dem Iphone zur Bank. 
Für Karin war das Umdenken entgegen der Fahrtrichtung nicht so ganz einfach. Irgendwann kamen wir dann an und folgten dann wieder dem Navi. Leider hatte ich die Rückstrecke erwischt. Als wir unseren Irrtum merkten, drehten wir herum und fuhren zurück. Die Strafe folgte auf dem Fuß. Wir wurden kräftig beregnet. Eigentlich hätten wir schon beim Mittagessen sitzen sollen, aber durch unsere Verspätung klappte das Timing nicht mehr.

Unsere Freunde warteten dann im Fischereihaven auf uns. Die Kneipe, die ihnen empfohlen wurde, war inzwischen nicht mehr vorhanden (von wann war die Empfehlung nochmal?), also suchten wir uns ein trockenes Plätzchen im Schaufenster Fischereihafen. Das Essen war sehr gut und hat wunderbar geschmeckt. Da wir langsam froren, machte der daneben liegende Laden seinen Umsatz mit zwei Fleecejacken, die unbedingt von uns angezogen werden wollten.

Wir bummelten dann noch ein wenig dort herum und besuchten die Modellstadt. Die kann man sich ehrlich gesagt sparen. Ein Besuch des Bistros wenn es furchtbar regnet ist ok, aber der Eintrittspreis stand in keiner Relation zu dem Ausgestellten. Kurz vor 16:00 Uhr schwangen wir uns wieder aufs Rad und fuhren, auf der teilweise schon bekannten Strecke, wieder nach Neuenkirchen. Im Essen war wohl irgend ein verstecktes Energiepotential eingebaut oder die frisch asphaltierte Strecke führte zu einer Geschwindigkeitssteigerung. Wir fuhren mit gut 24 bis 25 km/h im Dauertempo auf besten Radwegen auf der rechten Seite der Weser zurück. Baustellenbedingte Sperrschilder wurden ignoriert (zu recht, weil keine Baustelle mehr erkennbar) und ein kurzes Stück Baustelle (abgesperrt mit Bauzaun) überwunden. An dem Tag haben das wohl schon andere Fahrradfahrer gemacht.

Um 18:30 Uhr waren wir dann wieder in Neuenkirchen. Der Rückweg ergab einen Schnitt von knapp 23 km/h. Es waren aber auch keine Deichquerungen zu überwinden. Wer also den Weserradweg fahren will, sei die rechte Weserseite mehr empfohlen. Der Weg führt dann auch am U-Boot-Bunker Valentin vorbei. Dieser war bis vor kurzem militärisches Sperrgebiet und darf jetzt besichtigt werden.

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