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 Bisher fuhr ich (Karin) jeden Tag mit dem Auto in die Arbeit nach Friedberg, parkte am Bahnhof und lief dann 10 Minuten um wenigstens ein bisschen Bewegung zu haben. Das war am Anfang kein Problem, denn es gab immer freie Parkplätze. Aber Einschränkungen beim Parken in der Stadt und verbesserte Zugverbindungen nach Augsburg führten dazu, dass es kaum mehr möglich ist, am Vormittag einen Parkplatz zu bekommen. Also entstand die Idee, sich irgendwann einmal ein Kabinenfahrrad zu kaufen.

Karin pendelte ja schon einige Zeit mit Cab-Bike und dann mit dem Mango. Ich bildete mir ein, dass ich das auch schaffen könnte, zumal ein Bekannter von uns nicht weit entfernt wohnt und dessen Arbeitsstelle etwa 3 km von meiner Arbeitsstelle weg ist und der seinen Arbeitsweg mit einem Velomobil schafft. Ich fuhr also nach Hüfingen zu Elmar Maier und schaute mir diverse Velomobile an. Eines davon war ein WAW und ein Milan. Der Milan hat es mir dann angetan. Ich fuhr einen guten 40er Schnitt auf der kurzen Testrunde.

Also bestellte ich am selben Tag noch einen Milan. Ich wollte ihn mit Tretlagermotor. Elmar überzeugte / überredete mich zum Hinterradmotor. Gut er ist der Experte und so akzeptierte ich seinen Vorschlag. Lieferzeit sollte etwa sechs Monate sein. Aus den sechs Monaten wurden dann acht Monate und der Milan kam kurz vor Weihnachten und sollte Anfang Januar wieder abgeholt werden, um ihn endgültig fertig zu machen.

Pünktlich kurz vor Weihnachten wurde er angeliefert und ich habe ihn auf mich eingestellt. Der Motor funktionierte noch nicht, aber ich konnte mit fahren. Da wir sowieso nach Göggingen mussten, machten wir eine kleine Tour dorthin. Alles lief bestens. Auf dem Rückweg fuhr ich eine Rampe am Hochablaß hinab und lies den Milan nur rollen. Am Ende der Rampe ging nichts mehr. Nicht vor und nicht zurück. Ich habe den Milan auf die Seite gedreht und da sah ich die Bescherung. Der Freilauf des Motors versagte und die Kette zog den Umwerfer in eine nicht gewollte Position. Mit viel Mühe bekam ich den Umwerfer wieder in die normale Stellung. Jedoch funktionierten danach nicht alle Gänge.

Elmar wurde angerufen und er holte den Milan kurz nach Weihnachten wieder ab. Im Januar bekam ich ihn dann wieder geliefert. Der Motor funktionierte jetzt und der Freilauf ist auch wieder in Ordnung gebracht. Was nicht gerichtet war, das habe ich aber erst mit der Zeit festgestellt, war die Ausrichtung des Schaltauges, das beim Umwickeln wohl verbogen wurde. Wegen diverser Schaltschwierigkeiten baute ich die Schwinge aus und richtete das Schaltauge exakt aus. Jetzt funktionierte alles.

Sechs mal fuhr ich in die Arbeit. Jede Fahrt dauerte 1h 40 bis 1h 50 einfach. Ich kam immer tropfnass an und brauchte jedesmal eine Dusche und drei Liter Wasser, um wieder normal zu werden. So hatte ich mir das nicht vorgestellt. Irgendwie war mir die Zeit zu schade. Für den Weg in die Arbeit brauchte ich mit dem Auto 45 bis 40 min. Zwei Stunden mehr pro Tag auf dem Weg war mir zuviel.

Ich nutze den Milan seit dem nur noch als Freizeitfahrzeug. Einmal bin ich noch zu einer Wahl, bei der ich Vorstand war, gefahren und zu einer Besprechung. Bei der letzten Fahrt hatte ich dann komische Geräusche am Hinterrad. Wenn ich bremste (Scheibenbremse hinten) war alles ruhig. Zu Hause habe ich festgestellt: Lagerschaden. Die Ersatzteile wurden schnell geliefert. Bis dahin wollte ich ein normales Hinterrad als Ersatz und ließ mir eines von Ginko bauen. Das Motorhinterrad wurde seitdem noch nicht gerichtet, weil es mit dem anderen Hinterrad auch gut funktionierte.

Durch die Schwärmerei von Karin über ihr DF kam ich dann zu einem gebrauchten DF-XL und der Milan stand eigentlich nur noch herum. Frank hat ihn ein paar Tage Probe gefahren. Im Frühjahr soll er aufbereitet und verkauft werden.

Was ist der Unterschied? Der Milan hat eine Glasfaserkarosse. Er wiegt etwa 36 kg. In der Carbonversion, die steifer ist, kommt er auf 32 kg. Das DF ist ein reines Carbonfahrzeug. Beim Laminieren wird ganz genau darauf geachtet, welche Fasern an welcher Stelle in welche Richtung laufen. Dadurch ist trotz hoher Steifigkeit ein Minimum an Materialeinsatz gegeben. Das DF von Karin wiegt 22,5 kg.

Nach dem Cab-Bike und einem Mango, erst mit Tiller, dann mit Panzerlenkung, musste es was neues sein. Von einem Urlaub im Harz fuhren wir die schlappen 600 km nach Dronten, damit Karin ein DF Probe fahren kann. Ymte kümmert sich um die Einstellung und stopfte noch eine zweite Matte unter, bis Karin das Gefühl hatte, das sie genug sieht. Nach einer kurzen Runde probierte sie es dann doch mit der normalen Auflage und wollte das Tretlager nochmal verstellt haben. Dann fuhr sie wieder los und kam und kam nicht. Ymte kümmerte sich um andere Besucher, ich nahm mal in seinem DF XL Platz und auch nach 15 min war Karin noch nicht da. Nach 20 min bog sie um die Ecke mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Das DF musste es sein. Ein wenig hin und herüberlegt, aber es war klar: Ja sie bestellt eines. Farbe mint, Radscheiben in Karosseriefarbe, Doppelscheinwerfer vorne und 155 er Kurbeln. Und dann begann das Warten. Zu dem Zeitpunkt gab es nur die Vorführer und ein Vorserienmodell, das Werner aus Dornbirn fuhr. November 2014 sollte es geliefert werden. Der Termin war sehr optimistisch genannt. Es wurde dann Februar 2015. Wir fuhren in den Faschingsferien nach Dornbirn und Karin stand mit strahlenden Augen vor ihrem DF. Es wurde noch auf sie eingestellt und sie wollte damit zu Freunden nach Bremen fahren. Ich fuhr auf dem Heimweg bei Nazca vorbei und wollte Lenkerendschalthebel mitnehmen. Durch einen Unfall und der damit verbundenen Straßensperre war ich noch in den Niederlanden unterwegs, als mich Karin anrief, dass sie den Track auf ihrem Navi hat und keine Karte dazu. Das Navigieren ist damit sehr mühsam und die Aussicht darauf alleine in einer Pension zu übernachten und fast den ganzen nächsten Tag weiter ohne Karte zu fahren, veranlasste sie dazu mich anzurufen und sich abholen zu lassen.

Wir trafen uns an der ersten Pension, zahlten die Übernachtung und luden das DF in den Hänger zu meinem Milan.

Nach zwei Stunden waren wir dann bei den Freunden in Bremen. An den zwei folgenden Tagen machten wir Touren mit dem DF und dem Milan. Dabei schaute ich mal eine Zeitlang auf den Navi und Karin hielt an und schon passierte es, ich fuhr auf ihr neues Velomobil auf. Wir schauten sofort nach, aber am DF war rein garnichts zu sehen. Mein Milan war eingebeult und ließ sich schnell wieder ausbeulen. Von da an fuhr ich vorsichtiger und hielt immer genügend Abstand.

Auf dem Heimweg machten wir noch Zwischenstation in Hildesheim und besuchten Martina und Detlef.

Inzwischen ist auf dem DF Werbung von Karins Lerntherapiepraxis und dient als Dienstfahrzeug zum Weg in die Arbeit, aber auch zu Schülern in Augsburg.

Karin ist von ihrem DF begeistert wie am ersten Tag. Von Dieter, einem guten Bekannten, der ebenfalls ein DF fuhr (zum 70. Geburtstag am 07.07. das DF mit der Seriennummer 7), kauften wir die Haube ab, weil er sich selber eine gebastelt hat, die ihm besser gefiel, wie die Haube, die ihm seine Frau noch bestellt hat. Sie war in der perfekten Farbe lackiert, in mint.

Sie schwärmte dann so oft von ihrem DF und warum ich mir nicht auch eines kaufe? Im DF werde ich wohl keinen Platz finden, ich saß schon drin, konnte aber nicht treten, also eher ein DF-XL. Als ein gelbes DF-XL gebraucht angeboten wurde, schlug ich kurzentschlossen zu. Den Rest dann beim DF-XL.

Steckbrief:

Start: Campingplatz Hammestrand
Ende: Campingplatz Hammestrand
Strecke: 43 km mit 40 Höhenmetern
Belag: Schotter, Pflaster, Asphalt

Vom Campingplatz Hammestrand geht es einmal rund ums Teufelsmoor.

Zu den verschiedenen Radtouren, die wir in diesem Bereich beschreiben wollen, muss vorausgeschickt werden, dass die Touren durchweg mit nicht so hohen Tageskilometerleistungen gefahren werden. Der Hauptgrund für die Touren sind die einmalige Landschaft. Der Vorteil ist die geringe Höhenschwankung. Bei dieser Tour waren es 40 Höhenmeter während der gesamten Tour. Von vielen Punkten kann eine Aussicht über das Land schon von kleinsten Erhebungen genossen werden. Oft reicht das Stillsitzen im Radsattel um hunderte Meter übers Moor zu sehen.

Steckbrief:

Start: Campingplatz Hammestrand
Ende: Campingplatz Hammestrand
Strecke: 15 km, Höhenmeter praktisch keine
Belag: Schotter

Vom Campingplatz Hammestrand ins Nordwestliche Marschland (leider nur 15 km, Höhenunterschied nicht erwähnenswert)

Eigentlich sollte heute das Nordwestliche Marschland ausgiebigst befahren werden. Dass daraus nur 15 km wurden, wurde von Luftverlust im Hinterrad meines Rades verursacht. Durch irgendwas musste ich am Tag davor gefahren sein. Am Reifen war allerdings nichts zu sehen. Und eigentlich habe ich eine Gummilösung im Schlauch und damit sollte das Loch zu gehen. Wahrscheinlich ist diese an Höhenluft gewöhnt und streikte bei Höhen unter dem Meeresspiegel. Alle paar Minuten musste nachgepumpt werden.

 Steckbrief:

Start: Campingplatz Hammestrand
Ende: Campingplatz Hammestrand
Strecke: 35 km, drei kleine Anstiege
Belag: Schotter, Pflaster, Asphalt

Vom Campingplatz Hammestrand ins Moormuseum ca. 35 km mit drei Kurzanstiegen auf 40 und 30 m

Diesmal haben wir uns den Südwesten vorgenommen. Ziel ist ein kleines Moormuseum, von dem wir in den Führern gelesen haben. Wir schwingen uns auf die Fahrräder und fahren nach Worpswede. Der Weyerberg sorgt mal wieder für einen Anstieg. Zunächst fahren wir Richtung Neu Bergedorf und weiter nach Seehausen