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Nach einigen Trainingsrunden mit dem alten ZOX-Liegerad und diversen Touren, war ich auf der Suche nach einem neuen Liegerad, das besser ausgestattet ist und auch größere Touren durchsteht. Mein finanzieller Horizont bewegte sich im Bereich von 600 Euro. Mehr wollte ich nicht ausgeben. Ein paar Angebote im Ebay habe ich einfach verschlafen, andere interessierten mich nicht, weil ich doch etwas vollgefedertes haben wollte.

Diverse Boards wurden immer wieder gescannt wie hpv.org, liegeradforum.de, ebay usw.. Irgendwann landete ich auch auf niederländischen Seiten und las mich soweit ein, dass ich die Anzeigen fast fließend lesen und grob verstehen konnte. Aber irgendwie war nie das passende dabei oder die Vorbesitzer wollten noch einiges mehr Geld für ihre Räder.

Wieder ein neues Rad? Ja der geneigte Leser wird mitbekommen haben, dass ich das Nazca Paseo erst an Karin verloren und dann verkauft habe. Während Karin das Nazca fuhr, wollte ich auch was einspuriges fahren.

Ich suchte ein sportliches Rad. Am Liebsten wäre mir ein Baron oder anderes niedriges Liegerad gewesen. Leider scheiterte die Suche immer an den Gewichtsangaben, die maximal auf dem Rad sitzen dürfen. Ich war leider immer noch deutlich über 90 kg, so dass der Baron ausfiel und andere Räder gar nicht erst in Betracht kamen. Das Toxy wäre noch möglich gewesen, aber das fuhr ich auf der Spezi Probe und merkte, dass durch das dicke Rohr meine Oberschenkel ständig rieben. Also auch nichts.

Da fiel mir eine Speedmachine mit neu aufgebautem Rahmen in Mannheim auf. Da ich sowieso in der Nähe zu einer Schulung fuhr, machte ich einen Termin aus, schaute es mir an, fuhr es Probe und nahm es gleich mit. Das Rad war schön tief, aber noch nicht so tief, dass ich im Stand auf die Straße greifen konnte. Für die nächsten zwei Jahre war es mein Begleiter bei vielen Radtouren. Im Harzurlaub hat es mich auf den Brocken getragen und bei den vielen ADFC-Touren, die wir in den zwei Jahren als Tourguides fuhren, auch nie im Stich gelassen.

Im Harzurlaub habe ich dann gemerkt, dass ich nicht wirklich schnell damit Gefälle fahren konnte, weil das 20" Rad vorne sehr schnell auf Lenkerbewegungen reagierte. Also kam der Gedanke auf, dass ich mich nach einen niedrigen Highracer umschaute. Den Widerspruch kläre ich beim Artikel Zox 26.

Das Rad wurde kurz vor der Spezi angeboten und wurde dann bei der Spezi auch an den neuen Eigentümer übergeben.

Das Bild oben links stammt von der Homepage des Herstellers. Leider finde ich die Fotos meiner Speedmachine nicht mehr. Sie war in der gleichen Ausstattung wie auf dem Bild. Das Rad ist auch bei den Bildern des Harzurlaubes zu sehen.

Je nach Veranlagung hat man als Teenager vieles ausprobiert. Wenn man was nicht ausprobieren konnte, dann war es zu teuer, zu gefährlich oder es war einem noch nicht eingefallen. Mit der Zeit erweitert sich der Horizont und es kommen Dinge dazu oder der mensch bleibt in seinem Trott.

Erst mit einem Urlaub zusammen mit meinem Schwager und dessen Frau brachte mich zum Liegerad. Ich wollte es unbedingt ausprobieren und brauchte etwa eine halbe Stunde, bis ich es bewegen konnte. Jeden Abend fuhr ich ein kürzeres Stück und es klappte immer besser. Unsere Entwicklung kann auf unseren Seiten verfolgt werden. Bei mir ergab sich folgende Kette:

Hornet 1 (meiner Schwägerin) ⇒ das Urzox ⇒ Nazca Paseo ⇒ HP Speed Machine ⇒ Zox 26 XL low

bei den Einspurern. Was fehlt da noch? Ein ganz tiefes Rad - nein das muss es inzwischen nicht mehr sein, ein Highracer - zu unkomfortabel und für meine Anwendungen nicht geeignet. Ein bayerisches Rad habe ich probiert (nach rechts lenken heißt nach links fahren) und konnte es ein paar Meter bewegen.

Was ich noch nicht probiert habe, ist ein Knicklenker. Da gibt es Pythons, Flevo Racer und eben das nicht mehr gebaute Staiger Airbike. Letzteres wird als gutmütiger, als die anderen von ihren jeweiligen Besitzern eingestuft. Ich wollte mir eigentlich dann mal ein Python bauen, kam aber irgendwie nicht dazu.

Wieder auf dem Weg zu einem Seminar fuhr ich in die Nähe von Aachen und entdeckte kurz vorher das Angebot eines überarbeiteten und neu gepulverten Airbikes kurz hinter der belgischen Grenze. Per E-Mail einen Termin ausgemacht und das Rad kurzer Hand mitgenommen. Probefahrt? Solche Räder kann man nur Probe fahren, wenn man schon eines hatte. Als normaler Radfahrer kommt man nicht weit und kann es dann eigentlich auch sein lassen.

Nach dem Seminar fuhr ich wieder nach Hause und suchte mir den Sonntag als ersten Probetag aus. Ich wohne neben einem Supermarkt und Sonntags ist dort kaum ein Auto zu finden. Die erste Probezeit war etwa 15 Minuten. Ich kam etwa 10 m weit und dann konnte ich gerade noch ein Umfallen verhindern. Ich hatte im Vorfeld Berichte gelesen, dass Leute nach Monaten gerade mal ein paar 100 Meter fahren können. Welch eine Aussicht!

Jeden Abend übte ich von da an auf dem Parkplatz. Ich wartete bis der Laden zu hatte und dank Sommer war es noch lange hell. Karin schaute mir ab und zu zu und saß dann immer mit Lachkrämpfen auf der Einfahrt zum Parkplatz. Nach zwei Wochen traute ich mich auf die Nebenstraßen in das Industriegebiet, in dem unser Haus steht. Mit vielen Stopps schaffte ich die Runde mit 1,5 km in einer halben Stunde. Welch ein Schnitt!
Nach weiteren zwei Wochen fuhr ich die Runde in 6 Minuten. Aber eigentlich waren es 2,5 km, weil das Rad fuhr, wie es mag.

Warum ist das Ganze so schwer? Und warum stellt der sich so an? Deshalb mal eine Erklärung: Ein Knicklenker ist ein Rad, das den Drehpunkt für die Lenkung nicht wie gewohnt vor dem Körper hat, sondern im Hüftbereich unter dem Körper. Beim Liegerad kann man dann mit der Hüfte lenken. Mit dem Aufrechtrad geht das im Prinzip nur sehr kurze Zeit. Wenn man es kann, kann man freihändig fahren und braucht die Hände nur zum Schalten und zum Bremsen.

Fürs Motorradfahren und Autofahren lernt man, man fährt dahin, wohin man schaut. Beim Knicklenker fährt man dahin, wohin man "denkt". Nachdem ich das Rad einigermaßen beherrschte, fuhr ich Sonntag Morgens damit zum Bäcker. Es lief eigentlich jedesmal sehr gut. Ein paar Schlenker, aber die Grobrichtung stimmte. Und wo kommt jetzt das "Denken"? Ich fuhr zurück und der Radweg ist 2,5 m breit. Mir kam auf der benachbarten Straße ein Auto entgegen. Ich dachte kurz, du darfst jetzt nicht nach rechts fahren und wo fuhr das Rad mit mir hin? Direkt auf die Straße zu. Kurz vor dem Ende des Bordsteins stand ich, richtete das Rad und wusste was Lenken mit den Gedanken meint.

Ich bin trotz der kürzeren und längeren Strecken, die ich immer allein fuhr und die alle gut funktionierten, noch nie in der Gruppe oder bei einer Tour gefahren. Das wird die nächste Hürde, die sicher auch zu schaffen ist.

Das Bild oben stammt von der Seite airbike.de.

 Mit dem Cab-Bike habe ich (Karin) wieder Spaß am Fahrradfahren bekommen, aber im Sommer wurde ich in der Kabine fast gar gekocht. Also versuchte ich mit dem alten Liegerad zu fahren. Aber das ist gar nicht so einfach für mich. ich schaffte immer wieder einmal einige Runden ohne Probleme, aber einmal eine Sekunde nicht gut aufgepasst und schon gab es neue Schürfwunden an den Schienbeinen.

Karin fuhr einige Zeit damit in die Arbeit. Irgendwann war es dann doch besser geschlossen zu fahren und so wurde das Cab-Bike Probe gefahren und gekauft. Das Trike immer wieder mal verwendet. Mit der Zeit stand es aber nur noch herum. Ich habe es dann gründlich gewartet und in Schuss gebracht. Zur Spezi 2013 fand es dann einen neuen Besitzer, der es hoffentlich mit viel Freude fährt.

Am Samstag gekauft, am Sonntag für mich hergerichtet. Natürlich auch Probefahrten, aber immer in Begleitung, mal da, mal dort was verändert ...

Und dann ist es so weit. Ich fahre das erste Mal zur Arbeit. Alleine und mit dem Bewusstsein, dass ich den Friedberger Berg schaffen muss.